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Bürgerrathaus Ravensburg

Der Gemeinderat hat am 18. Juli 2011 in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, dass der Bau eines Bürgerrathauses angestrebt wird, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

Warum ist ein neues Rathaus sinnvoll?
Drei Ziele sollen erreicht werden:

1. Die Verwaltung soll wirtschaftlicher und effizienter untergebracht werden
2. Besserer Service für die Bürger
3. Städtebauliche Chancen nutzen

Die Ravensburger Stadtverwaltung ist derzeit auf viele verschiedene Häuser verteilt: Im Rathaus, Lederhaus, Bauhütte, Georgstraße 25, Seestraße 32, 32/1 und 32/2, Seestraße 36, Seestraße 7, Kirchstraße (Weingartner Hof) und im Stadtarchiv Kuppelnaustraße.

Insgesamt elf Gebäude mit Dächern, Fluren und Gemeinschaftsräumen, die baulich unterhalten, geheizt und geputzt werden. Gebäude, die teilweise sehr alt und sanierungsbedürftig (wenn auch oft sehr schön) sind und die, je nachdem, eigentlich besser für Wohn- oder Einzelhandelszwecke geeignet wären. Neun der elf Häuser gehören der Stadt, zwei sind angemietet. Das kostet viel Geld: Die Stadt zahlt für ihre Häuser - ohne Rathaus und Lederhaus, die Verwaltungsgebäude bleiben sollen - Miete, Heizung, Strom, Abschreibungen, Reparaturen und andere Kosten jährlich in Höhe von durchschnittlich 1,1 Millionen Euro, Tendenz steigend.

Und was würde ein neues Bürgerrathaus kosten?
Eine Zusammenfassung von vielen Häusern in einem Gebäude macht dann Sinn, wenn dadurch Platz gespart wird und damit die Kosten sinken. Das ist im Falle der Stadtverwaltung realistisch, denn wo bisher in vielen Gebäuden Flure, Dachstühle, Keller usw. waren, besteht bei einer Zusammenfassung ein enormes Sparpotenzial. Gleiches gilt für die Büros, die häufig gerade in den Altbauten großzügig geschnitten sind, da es sich dort oft vom Zweck her um Wohnräume handelt. Natürlich gibt es aber auch Büros, die eigentlich viel zu klein sind. Auch hier wären Veränderungen nötig.

Ein effizienter Baustil in einem modernen Neubau mit ausreichend großen, luftigen Büros und mit vernünftiger innerer Erschließung kann die Gesamtfläche von jetzt etwa 10.000 m² (wieder ohne Rathaus und Lederhaus) auf künftig 7.500 m², also um ein Viertel, reduzieren.

Als "Nullenergiehaus" gebaut, erreicht der Neubau eine Heizenergieeinsparung von etwa 95 Prozent gegenüber dem jetzigen Zustand. Klar ist: Ein technisch so ausgereiftes Gebäude ist nicht billig zu bauen. Die Stadt rechnet mit Kosten (inklusive Grundstück) von etwa 16,5 Millionen Euro. Das ergibt ab dem Einzugsjahr 2016 jährliche Kosten – für den Kredit, für Energie, Strom, Abschreibungen, Reparaturen – von knapp 1 Million Euro. Die Ersparnis beträgt also im Vergleich zum Bestand bereits ab dem Jahr des Einzugs etwa 100.000 Euro, mit jedem Jahr wird die Rechnung noch wirtschaftlicher.

Was passiert mit all den Häusern, in denen die Verwaltung derzeit untergebracht ist?
Das Rathaus ist und bleibt das politische Zentrum der Stadt und Sitz des Gemeinderats – und damit auch der Ämter, die eng daran anknüpfen. Das Lederhaus könnte beispielsweise neuer Sitz der Tourist Information und des Kulturamtes werden. Andere Dienststellen fänden Platz im neuen Bürgerrathaus. Aus ehemals elf Standorten wären dann noch drei geworden.

Und städtebaulich ergäbe sich ein echter Gewinn für die Stadt: Häuser/Grundstücke wie die in der Seestraße (Baudezernat, Tiefbauamt) sind auf dem Wohnungsmarkt gesucht. Gut geeignet für Einzelhandel und Gastronomie ist beispielsweise die Bauhütte/Stadtkämmerei am nördlichen Marienplatz. Die Verkaufs- und Vermietungsoptionen bei vielen Häusern sind also günstig.

Wie wirkt sich das auf die Personalsituation aus?
Durch das Zusammenführen von Ämtern und Dienststellen ergeben sich regelmäßig auch Vorteile im Arbeitsablauf. Die Zusammenarbeit wird erleichtert, ein kurzfristig anberaumtes Gespräch ist viel besser möglich, eine Konferenz besser planbar. Vom sinkenden Aufwand für die Boten, Hausmeister und Reinigungskräfte ganz zu schweigen. Wenn Überlegungen für eine räumliche Zusammenfassung vieler Ämter und Dienststellen angestellt werden, dann liegt es nahe, dass man sich auch intensiv Gedanken darüber macht, welche Änderungen sich mit einem neuen Rathaus in den Arbeitsabläufen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben könnten. Hierzu wurde eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit Fragen zu möglichen Synergien und Verschlankungen von Arbeitsprozessen beschäftigt.

Vorteile für die Bürger
Für die Bürgerinnen und Bürger brächte das Bürgerrathaus mit zentralem Kundenzentrum eine Wegeverkürzung, wenn die Ämter nicht mehr so verstreut wären. Eine Bushaltestelle und ein nahes Parkhaus erleichtern das Ankommen. Übrigens auch für schwerbehinderte Bürger und Mitarbeiter: Natürlich muss ein neues Bürgerrathaus komplett barrierefrei gebaut werden.

Wo könnte das neue Rathaus stehen?
Es gab mehrere Standortalternativen. Die wichtigsten Faktoren sind eine gute Erreichbarkeit für die Bürger (Nähe zur Altstadt), Grundstücksgröße und Grundstücksverfügbarkeit. Die günstigsten Standorte haben sich nach einer Standortanalyse in der Seestraße ergeben, auf dem Grundstück Oberamteiparkhaus oder gegenüber auf dem Polizeigrundstück. Andere Grundstücke wurden geprüft, schieden aber nach den oben genannten strengen Kriterien aus. Die Verwaltung favorisiert das Grundstück Oberamtei: es ist im Eigentum der Stadtwerke, es ist groß genug und kurzfristig verfügbar. Parkplätze wird es – als Ersatz für die wegfallenden Plätze im Parkdeck Oberamtei - in einer Tiefgarage unter dem Bürgerrathaus geben.

Stand: 8.11.2011
 

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